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Ein Massenphänomen
Schmerzen sind unangenehm – aber ein lebenswichtiger Schutz für unseren Körper. Sie warnen den Organismus vor Verletzungen von außen und innen. Anders jedoch, wenn Schmerzen selbst zur „Krankheit“ werden.
Nach Schätzung der schmerztherapeutischen Fachverbände gibt es in Deutschland mittlerweile zwischen fünf und fast acht Millionen chronisch schmerzkranke Patienten. Nach einer Emnid-Umfrage sind es sogar elf Millionen. Betroffen ist beinahe jeder achte Mann und jede fünfte Frau. Zählt man alle akuten und wiederkehrenden Schmerzen hinzu, zeigt sich das ganze Ausmaß: Jeder dritte Bundesbürger leidet an Rückenschmerzen, zehn Millionen unter Migräne, vierzehn Millionen unter Spannungskopfschmerzen.
Wo entstehen Schmerzen?
Schmerz tritt auf, wenn Gewebe so stark gereizt wird, dass es zerstört zu werden droht. Aber er entsteht nicht an Ort und Stelle. Wenn eine gewisse Reizschwelle überschritten wird, sendet die verletzte Stelle einen Impuls an das Gehirn. Erst dort entstehen die Schmerzen. Das hat (theoretisch) positive Konsequenzen für die Schmerzbehandlung: Gelänge es, die Weiterleitung zu blockieren, wäre zwar nicht die Ursache beseitigt, oft genug aber die größte Qual. Das funktioniert zum Beispiel mit der transkutanen elektrischen Nervenstimulation (TENS).
Drei Arten des Schmerzes
- Akute Schmerzen
Akuter Schmerz ist ein Schmerz, der plötzlich kommt. Er kann stechend und stark sein. Akuter Schmerz dauert bis zu einer Woche und kann sehr gut behandelt werden.
- Wiederkehrende Schmerzen
Es gibt Schmerzen, die in bestimmten zeitlichen Abständen, jedoch nicht dauerhaft, auftreten. Typische wiederkehrende Schmerzen sind Migräne oder Menstruationsschmerzen.
- Chronische Schmerzen
Chronische Schmerzen entstehen, wenn akute Schmerzen nicht ausreichend gelindert werden. Chronische Schmerzen dauern länger als ein halbes Jahr. Sie sind eine eigenständige, zu behandelnde Krankheit. Manchmal hängen sie gar nicht mehr mit der ursächlichen Krankheit zusammen. Das Gehirn hat sich an den Impuls „gewöhnt“ und erzeugt die Schmerzen selbständig weiter – auch ohne Impuls. Deshalb ist es so wichtig, schon akute Schmerzen zu behandeln.
Als ob die Schmerzen nicht schon reichen würden, führen sie auch noch zusätzlich zu Veränderungen der Stimmung, des Verhaltens und der Gedanken. Chronische Schmerzen können Depressionen verursachen.
Schmerztherapie
Die Behandlung chronischer Schmerzen erfordert die Zusammenarbeit von Spezialisten verschiedener medizinischer Fachrichtungen. Die Fortschritte der wissenschaftlichen Schmerztherapie sind viel versprechend. Dazu zählen auch die weiterentwickelten medikamentösen und nicht medikamentösen Therapieverfahren. Eine der sanften Methoden ist die transkutane elektrische Nervenstimulation (TENS).
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